Im Kleingarten keine Beete für Gemüse haben, macht sich auf Dauer nicht gut. Immerhin sollte 1/3 der Gartenfläche Anbaufläche sein. Bisher hält diesbezüglich unser Vorstand die Füße still, da dieser froh ist, dass der Garten gepflegt wird. Doch was ist, wenn der Vorstand wechselt? Damit ich mir darüber keine Gedanken mehr machen muss, fing ich im letzten Jahr an vermehrt Nutzflächen/ Ertragszonen anzulegen. Eine der ersten ist mein Erdbeerbeet.

Planung und Materialsuche für die Anlage des Beetes

Eine Fläche für das Beet hatte ich schon ihm Auge. Mitten in dem Staudenbereich gab es eine Fläche, die bisher nur von Gras und Beikraut bewachsen war. Schön sah sie nicht aus und Wiesenfläche gibt es noch genügend. Auch gab es da noch Löcher von den Bauaktionen meines Sohnes ( er grub gern Löcher in denen er Schlamm herstellte und da spielte).

Wie nun weiter? Wie begrenze ich das Beet?

Durch das Zurückschneiden und Bauen einer Wurzelsperre für den Bambus war dieser reichlich vorhanden. Der Bambus ist recht biegsam, also gut zum Flechten. Jetzt fehlen noch Pfosten um den Bambus Halt zu geben. Auch diese gibt es. Ich hatte ja den Flieder gekürzt.

Jetzt noch die Idee für die Beetform finden. Die vorhandene Fläche betrachtete ich einige Zeit und überlegte, was noch zu beachten ist.

  • Einen Weg brauche ich, um an das Beet zu kommen.
  • Der Weg sollte nicht gepflastert werden, also das Gras weitermachen können.
  • Ich möchte gut durchlaufen.
  • Das Gras muss auch mal gemäht werden.
  • Der Bambus geht nur bis zu einem bestimmten Punkt um die Ecke zu flechten.
  • Das Ganze soll natürlich wirken.
  • Es muss kein Viereck werden. Der vorhandene Platz ist eher dreieckig.

Der Plan steht. Ein dreieckiges Beet mit geschwungenen Ecken. Der Platz zwischen den vorhandenen Stauden sollte so groß sein, das der Rasenmäher Platz hat. Die Begrenzung baue ich aus Fliederpfosten und flechte den Bambus ein. Eine Zeichnung mache ich nicht, der Plan ist im Kopf.

Die Umsetzung– Bau des Beetes

Der Plan ist gemacht, nun geht es an die Umsetzung. Zuerst begann ich die Pfähle für die Beeteinfassung zurecht zuschneiden und entfernte die Rinde, eine sehr meditative Arbeit.

Mit den Pfählen stecke ich grob die zu bearbeitende Fläche ab, die noch voll bewachsen mit Gras und Beikräutern ist. Mit Spaten und Muskelkraft geht es weiter. Die Grasnarbe steche ich ab und nutze sie weiter am Haufen mit den Bambuswurzeln. Die Grassoden dienen jetzt als Einfassung.

Die Begrenzung ist abgesteckt und die Grassoden entfernt. Der Rasenmäher kommt gut zwischen den Beeten entlang.

Die Schicht unter dem Gras lockere ich ein wenig auf und entferne noch vorhandene Wurzel. Dabei kommt fast reiner Lehm zum Vorschein. Nicht schlecht denke ich. Mit dem Lehm kann ich die Mauer aus den Grassoden ein wenig abdichten, damit das Gras nicht so schnell wieder wächst. Den Lehm packe ich in meine Schubkare und vermische ihn mit Wasser, so das eine fast dünnflüssige Masse entsteht. Mit dieser Masse „verputze“ ich nun die Mauer. Das Ganze sieht optisch gleich viel besser aus.

Der Haufen entstand aus den Wurzeln des Bambus und anderen kompostierbaren Abfällen. Damit nicht alles breit rutscht, nutzte ich die Grassoden zum Bau einer Mauer. Hier ist sie schon mit dem Lehm- Wasser- Gemisch verputzt.

Nach einer ergiebigen Pause geht der Bau des Erdbeerbeetes weiter. Nach ein wenig Ausprobieren finde ich den richtigen Abstand für die Pfosten. Diese schlage ich in den Boden, so das alle in gleicher Höhe stehen. Den Bambus flechte ich in kleinen Bündeln und versetzt ein. Alles ist aufgebraucht. Die Abgrenzung besitzt jetzt eine Höhe von ca. 15 cm ab Erdobergrenze. Dies reicht mir um mit der Befüllung beginnen zu können.

Alle Pfosten stehen und die erste Reihe Bambus ist eingeflochten. Ich beginne mit dem Flechten ca. 5 cm unterhalb der Bodenobergrenze. Ja, es wird sicher schnell verrotten, doch kommt Zeit, kommt Rat. Es sind genügend Haselnüsse angepflanzt, die neues Flechtmaterial liefern.

Das Füllen, des Beetes, dauert ein paar Tage, weil Erde war keine vorhanden, jedoch genügend Rasen zum Mähen vorhanden. Ich nutze nur Rasenschnitt und andere kleine Pflanzenreste, um den Erdbeeren einen guten Start zu geben.

Das komplette Beet ist mit Rasenschnitt und anderen Abfällen gefüllt, eine Art Heubeet. Naja, es soll ja nichts aus dem Hortus raus und auch nichts rein. Im hinteren Teil ist die Bepflanzung zu sehen. (Bild vom Herbst 2020)

Auch die Erdbeerpflanzen muss ich nicht kaufen. Vor vielen Jahren legte ich mal ein ganz normales Beet mit gekauften Pflanzen an. Dann pflegte ich den Garten eine lange Zeit nicht. Da Erdbeeren sich sehr gern ausbreiten und das auch in der näheren und ferneren Umgebung, wuchsen sehr verteilt einzelne Pflanzen. Sie sehen auch nicht verkümmert aus, sondern kräftig. Diese Pflanzen bekommen nun einen neuen Platz im frisch angelegten Beet. Die Planzen grabe ich mit reichlich Erde aus und siedle sie um. Jetzt dürfen die Pflanzen wachsen und gedeihen.

Jetzt im März legte ich meine ersten Mulchwürste zwischen die Pflanzen. Die Pflanzen sehen kräftig aus, also freuen sie sich über den Platz in der Sonne.
Das gesamte Beet ist mit Grün umwachsen. Eine der Pflanzen blüht fleißig, da kommen sicher noch mehr.

Ich bin gespannt, ob ich dieses Jahr schon Beeren ernten kann. Blüten gibt es schon ein paar und Platz für neue Pflänzchen gibt es auch.

Das gesamte Beet hat mich keinen Euro gekostet, da ich mit dem Material arbeite, was vorhanden ist. Auch wenn es nur ein paar wenige Pflanzen sind, naschen kann ich bestimmt und neue hinzu gesellen, was ja die Natur allein macht. Ich brauch nur ein wenig korrigieren, in dem ich den Senkern den Weg zeige. Ein wenig Geduld braucht es, doch Rom entstand auch nicht an einem Tag.

Diese permakulturelle Arbeitsweise zeigt, wie Ressourcen gespart werden können, wie ich mich auf natürliche Kreisläufe einlassen kann. Vielleicht bekommt ihr beim Lesen selbst Lust einmal etwas ähnliches zu kreieren.

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